Frauengeschichten

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Heute gibt es eine sehr „frauliches“ Thema hier auf meinem Blog, ein Thema, worüber nicht gerne gesprochen wird und in manchen Kulturen sogar als etwas „Schlechtes“ angesehen wird.

Die meisten Frauen haben oder hatte sie – die Menstruation, die Regel, den Zyklus, die Erdbeerwoche oder was es da auch immer noch für Benennungen gibt. Ganz ehrlich? Ich finde die Menstruation scheisse. Wer denkt sich so was aus? Klar, dieser körperliche Prozess kann auch ein Wunder zur Folge haben, so ermöglicht er es uns Frauen eines Tage ein Kind zu bekommen (wenn dann alles glatt läuft) . Aber trotzdem, sie ist scheisse, also für mich.Denn, zu der Regel kommen ja noch lauter Begleiterscheinungen dazu.
Ich zum Beispiel falle ein bis zwei Tage bevor es los geht in ein richtig tiefes Loch und oft ist das mit viel Tränen verbunden. Ausserdem leide ich sehr an Migräne, neuerdings starke Brustschmerzen (dachte schon ich hätte Kerbs oder so) und bekomme fürchterlich schlechte Haut und von den Bauchschmerzen fang ich gar nicht erst an…
Hallo was soll das?
Und der ganze Mist dauert dann noch so knapp ne Woche an, na bravo!
Und ob das nicht schon genug wäre, ist die Menstruation einerseits ein Tabuthema und zudem werden Frauen in dieser Monatsphase von vielen Handlungen ausgeschlossen oder es wird ihnen eine schlechte Wirkung unterstellt.
„In hinduistischen Traditionen kann die Anwesenheit einer Frau während ihrer Tage bei einem religiösen Ritus zu dessen Wirkungslosigkeit oder schlimmer, zu dessen Umkehrung führen. Im Judentum und Islam ist es während der Periode den Ehepartnern nicht erlaubt, miteinander den Geschlechtsakt zu vollziehen, während dieser Zeit ist der muslimischen Frau auch das typische rituelle Gebet nicht erlaubt.“

„Bis heute hält sich bei einigen der jahrhundertealte Aberglaube von der Schädlichkeit des Menstruationsbluts oder der Körperflüssigkeiten menstruierender Frauen. Demzufolge sollten menstruierende Frauen beispielsweise keine Sahne schlagen, da diese sonst schlecht würde, kein Obst und Gemüse einkochen, nicht beim Schlachten helfen, nur mit Haushaltshandschuhen putzen, sich keine Wasser- oder Dauerwelle machen lassen et cetera.“

Quelle: Wikipedia

Super oder? Macht uns das Leben doch nicht noch schwere, als es in der dieser Zeit sowieso ist.
Ich weiss noch genau das ich früher, und das früher ist gar nicht so lange her, richtig peinlich berührt war, wenn ich meine Regel zu früh bekommen habe und ich nicht verbreitet war und jemand um eine Binde und/oder Tampon anfragen musste. Und das Schlimmste dabei ist, man kommt sich vor, als ob man mit Koks dealt, weil man es ja so heimlich macht.

Aber warum schreibe ich über Menstruation?
Weil es mich nervt, dass das ganze Thema so ein Tabuthema ist.
Weil es mich nervt, dass wir Frauen deswegen auf so vielen Ebenen eingeschränkt sind.
Weil es mich nervt, wenn es heisst: „Oh, die ist gerade so scheisse drauf, die hat sicher ihre Tage…“ oder „Da schiebt mal wieder jmd. seine Tage vor um blau zu machen…“.
Weil es mich nervt,  dass es in den öffentlichen WC’s eher Kondome und Minivibratoren gibt, aber keine Binden und co. Hää, echt jetzt?

Und nicht zuletzt, weil es mich nervt, wie viel Geld wir für Hygieneartikel ausgeben müssen und wie viel Müll wir damit produzieren.
Es sind ca. 16.000 Euro, die eine Frau im Laufe ihres Lebens für ihre Menstruation ausgeben muss und die letztendlich im Müll landen!“
Ich habe mich unter Anderem deswegen dazu entscheiden eine Menstruationstasse zu nutzen.

Vor ein paar Jahren wurde ich ja in ne Gruppe zum Thema Menstruationstasse eingeladen. Zu der Zeit war mir das aber irgendwie unangenehm und ich bin daher ganz schnell wieder aus der Gruppe raus. Ich konnte mir ausserdem die Handhabung mit dem Teil echt nicht vorstellen. Mittlerweile habe einige aus meinem Freunde- und Bekanntenkreis so ne Tasse und ich habe sehr viel positives Feedback gehört. Als habe ich mir ganz spontan Eine gekauft.
Ich hab mir wirklich keine Gedanken um die Marke und ähnliches gemacht, im DM gab es zu dem Zeitpunkt genau eine und zwar die t.o.c. in Grösse M.
Ja, das ist nämlich auch ein grosses Thema bei der Sache, welche Grösse passt überhaupt? Ich habe mir da Folgendes gedacht, eine S wird es sicher nicht sein, ich habe zwei Kinder geboren und ne L fand ich irgendwie zu grosse, also wurde es eine M.
Ich habe jetzt gelesen, dass die Grösse ausserdem etwas mit der Stärke der Regel zu tun hat und mit dem Alter. Dazu kommt, dass die Grössenabstufungen je nach Hersteller auch wieder unterschiedlich sind und man sich daher vorher am Besten die Beschreibung der Hersteller durchlesen sollte um eine Ahnung zu haben.

Wie man die Tasse einführt wird in der Anleitung gut erklärt und klappt mit etwas Übung ganz gut. Ich persönlich würde jetzt nie die Tasse 12 stunden drinnen lassen, aber es geht wohl, wenn die Regel nicht mehr so stark ist. Ob ich die ganze Handhabung eklig finde? Ganz ehrlich, ich finde es viel besser als die Tampons, beispielsweise es riecht viel weniger. Seid ich im Schlachthaus gearbeitet habe bin ich nämlich recht heikel, was den Geruch von Blut angeht und mit der Tasse ist es deutlich besser.

Und die Nachteile so einer Tasse? Man braucht eigentlich ein Waschbecken neben dem WC um die Tasse nach dem Entleeren auszuwaschen. Das gibt es nicht immer und das macht es dann komplizierter. Man kann sich mit einer Wasserflasche behelfen, die man im WC dabei hat, aber ganz optimal ist das nicht.

Also, nen Versuch ist es auf jeden Fall wert und teuer sind die Tassen echt nicht.
So ein Thema auf ne Nähblog? Ist sicher nicht so alltäglich. Aber ihr wisst auch, dass ich immer wieder zwischendurch unterschiedlichste Themen aufgreife, welche mich gerade beschäftigen
Ein bisschen inspiriert hat mich aber auch der Stoff Miss Flowery, welchen ich vernäht habe und den ihr hier auf den Fotos seht. Die Frau sieht so stark uns selbstbewusst aus. Das war ja ein Stoff, auf welchen ich sehnsüchtig gewartet habe. Die Designs von Thorsten Berger sind auch einfach mega. Ich hab wieder einen CosbySweater genäht, nach einer alten Schnittversion. Da waren die Ärmel noch etwas schmaler, aber ich mag es trotzdem. Natürlich mussten wieder Cuff Mes vernäht werden, ohne geht ja kaum noch 😀

Lasst uns als Frauen zusammen stehen und keine Angst, das heisst jetzt nicht, dass ich dazu aufrufe T-Shirts mit dem Aufdruck „Meine Regel ist cool“ zu tragen, ganze ehrlich, das wäre echt Zuviel des Guten.
Aber ich wünsche mir, dass es eben kein Tabuthema bleibt und dass wir Frauen offen darüber reden könne. Ich wünsche mir, dass akzeptiert wird, dass dieser wiederkehrende körperliche Prozess echt heftig sein kann – für Körper und Psyche und dass wir da einen Schutzraum brauchen und Verständnis.
Und ich wünsche mir auch, dass wir mit uns selbst gut umgehen in diesen Tagen, dass wir uns erlauben mal weniger zu machen, langsam zu sein, gut für uns zu sorgen und nicht genau wie an allen anderen Tagen durchzustarten.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen tolle Start in diesen Donnerstag.
Schnitt: CosbySweater
Stoff: Miss Flowery nach einem Design von Thorsten Berger gekauft bei Alles für Selbermacher
Bündchen: Cuff Me Glam Bordeaux
Verlinkt bei: SewLaLABio-Stoffe, WOF

5 Kommentare

  • Michele

    Hoi Susanne, schön geschrieben ich habe diese Begleiterscheinungen zum Glück fast nicht mehr, da ich aufgrund sehr starken Blutungen und damit verbundenenm bauchweh, entschieden habe meine Gebärmutter auszubrennen.. tönt schlimmer als es ist😉. Da aber meine mittlerweile 13 jährige Tochter und wahrscheinlich bald auch meine kleine12 damit konfrontiert sind ist das Thema bei uns immer mal wieder Gesprächsstoff. Das schöne daran ist das die Teens zuhause völlig selbstverständlich am mitttagstisch darüber reden, es gibt viel weniger Scham als früher 👍🏻.

    Antworte
  • Susanne

    Wir Frauen müssen heute so einiges aushalten. Sollen immer im Powermodus funktionieren… für unsere Kinder, das Familienmanagement und andere. Das wir durch unseren natürlichen Zyklus immer wieder (und das für etwa 40-45 Jahre) enormen Schwankungen ausgesetzt sind, interessiert kaum einen. Ich habe zum Glück seit meiner 1. (von3) Schwangerschaften keine Migräne mehr (habe aber seit Mensbeginn als junges Mädchen sehr stark darunter gelitten und nur die Triptane haben mir zum Schluss noch geholfen). Aber ich kenne die prämenstruellen Empfindungen/Schmerzen ebenso und doch muss es wie gewohnt weitergehen. Wenn ich da an die „Männergrippe“ denke, dann kann ich nur schmunzeln. Aber es gibt heute zum Glück viele Möglichkeiten die Ausmasse der Beschwerden etwas einzudämmen. Wenn ich mir dann vorstelle, wie es Frauen OHNE all die Hilfsmittel und v.a. ohne die Hygieneartikel geht, dann ist es nur noch halb so schlimm. Mich macht es sehr nachdenklich, wenn ich mir solche Situationen ohne sauberes Wasser, Binden oder Tampons vorstelle. Uhhh. Aber ich empfehle Dir dennoch, mal einen Hormonstatus machen zu lassen. Vielleicht lassen sich Deine Beschwerden auch in den Griff bekommen. Ich vermute aber, Du hast sicher schon einiges versucht. Liebe Grüsse S.

    Antworte
  • Judith Lehmann

    Von rosarot & silberstich

    Hi Susanne, gut geschrieben. Hab auch sehr damit zu kämpfen. Habe leider in meinem Zyklus von 21-24 Tage wenn ich Glück habe 1-2 Tage keine Beschwerden. Habe leider Sschwere Endometriose und wahrscheinlich auch Adenomyose. Daraus auch noch PMS und Weizen – und Laktoseunverträglichkeit.

    Ohne CBD Tropfen bin ich ab dem Eisprung nicht mehr auszuhslten – eine Häulsuse ist nichts gegen mich.

    Und dann kommt noch der Kinderwunsch nach einem 2. Kind (obwohl das erste schon ein Wunder war).

    Und die Gesellschaft? Naja Verständnis ist weit von dem heute entfernt. Aber was soll man machen? Ich denke wenn mehr Frauen wie du offen über diese Themen sprechen, kommt vielleicht auch mit der Zeit mehr Verständnis.

    Antworte
  • Nadine

    Hallo Susanne, ich bewundere deine selbstbewusste Art zu schreiben und mir gefallen die nachdenklichen Themen sehr gut. Immer wieder nur über Stoff zu schreiben ist ja ganz nett. Aber da würde es am Wesentlichen mangeln. Zur Wegwerfgesellschaft: bei uns wird in den Krankenhäusern das Arztbesteck weggeworfen. Einmalzeug. Nach der Entbindung hat man mir die Schere (Nabelschnur) als Andenken mitgegeben. So ein Teil aus Metall!! Und diese Woche hat ein Bekannter fünf!!!! Operationsinstrumente nach dem Nähen seiner Schnittwunde mitbekommen. WTF…echt jetzt!? In so Momenten könnt ich ausflippen. Komm mir so winzig und nutzlos vor wenn ich jede Plastiktüte bis zum Umfallen wiederverwende, auf dies und jenes achte die.
    Zu deinem vorherigen Post: wir versuchen die (vor-)Weihnachtszeit ganz bewusst mit viel gemeinsamer FamilienZeit zu erleben. Auch wenn die Geschenkeflut an jeder Ecke lauert und selbst mich ins schwanken bringt.
    Aber gerade durch solche Posts kommt man wieder runter
    Zu dir 😊Der Pulli steht dir ausgezeichnet!
    LG Nadine und eine schöne Weihnachtszeit

    Antworte
  • Britta

    Hallo Susanne,
    Hat sich da ein Rechenfehler eingeschlichen? Bei 16.000 Euro und 36 Jahren Menstruation wären das bei 12 Blutungen im Jahr 36 Euro pro einzelner Menstruation. Diese Kosten würden sich die Hersteller von Menstruationstassen wohl wünschen, aber realistisch ist das eher nicht (-;

    Viele Grüße!
    Britta

    Antworte

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