Unsere Reise in den Norden

So nun bin ich wieder zurück, okay eigentlich schon seit letzter Woche, aber ich habe einfach noch nicht wirklich die Muse gehabt diesen Blogeintrag zu schreiben.
Heute möchte ich euch von unserer Reise in den Norden erzählen und wie das so war mit einem Camper und zwei kleinen Kinder zu reisen.
Anfangen möchte ich mit diesem Bild, es zeigt die fast genau Route, welche wir gefahren sind. Eigentlich war es ganz anders geplant, aber wir hatten einfach zu wenig Zeit.
Gerade mein Mann wäre gerne noch in Dänemark Richtung Aalborg gereist und beide wären wir gerne in Schweden bis nach Göteborg und noch nördlicher gegangen. Dann gerne einmal mitten durch Schweden durch und über Stockholm an der Ostküste wieder runter Richtung Süden.
Jetzt konnten wir leider nur den südlichsten Teil Schwedens bereisen.Von Anfang an war geplant mit dem Flieger nach Hamburg zu fliegen und dort einen Camper zu mieten. Ganz ehrlich ich hatte nicht wirklich Lust einmal Quer durch Deutschland zu reisen, ich mag die Strecken in den Norden einfach nicht und dann noch mit zwei kleinen Kinder. Das erste Problem welchem wir uns stellen mussten, war das Mieten eines Campers für so kurze Zeit von knapp elf Tagen. Die meisten vermieten in der Hauptsaison nicht unter zwei Wochen und immer von einem Samstag zu einem Samstag.
Mein Mann wollte natürlich nicht irgend einen Camper haben, nein es musste ein VW T6 sein, da wir mit den Gedanken spielen uns so einen kleinen Bus in ferner Zukunft zu kaufen.
Und wohl das Universum wirklich gegen uns war ist mein Mann auf eine kleine und feine Vermietung in Hamburg gestossen: Camper Vermietung Hamburg.

Leute wenn ihr nach Hamburg reisen solltet und nen Camper brauchen solltet, kann ich die euch nur wärmstens empfehlen. Die stecken soooo viel Herzblut in ihre Arbeit, jeder Camper wird von denen selber ausgebaut, aber ziemlich super toll. Ausserdem stimmt da auch das zwischenmenschliche, die haben uns sogar von unserem Hotel in Hamburg abgeholt, damit wir nicht mit Kinder und Gepäck zu ihnen stressen mussten. Ausserdem gab es noch einige extras im Bus für umsonst, da wir ja hochgeflogen sind und nicht alles mitnehmen konnten.
Mein Mann und ich sind wirklich schwer von denen begeistert!!!!!!Nach einer Nacht Hamburg im Hotel appartello, ein nettes Hotel in der nähe des Flughafens (es bestand aus „zwei“ Zimmer mit Bad und kleiner Küche), welches uns auch gut gefallen hat und einem kurzen Stop bei Alles für Selbermacher ging es auch schon los zu unserem ersten richtig Halt in Flensburg.
Hier wohnt eine ganz Liebe Freundin von mir die wir zwei Tage besucht haben.
Es war alles sehr gemütlich und vertraut, wohl es sich schon da gezeigt hat, dass das ganze mit den Kindern noch spassig werden könnte. Für sie war es schon sehr aufregend, so zu reisen. Natürlich habe wir versucht, ihnen ihre Ruhe zu geben, aber das war eben nicht ganz so einfach wie gedacht.
Gerade der kleine Mann hatte sehr viele Trotzanfälle, weil er einfach alles so toll fand und nie weg wollte 😀
Und dann ging es auch schon los Richtung Dänemark, mit dem Camper in den Norden und das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt.
So bald wie es nur ging sind wir mit den Kinder ans Meer gefahren und die sind fast ausgeflippt, ich glaube die könnten da für immer sein und würden sich nicht langweilen.
Beim keinen Mann muss man bei Wasser etwas aufpassen, da er immer reingeht, egal wie warm oder kalt es ist.
Das war übrigens unser toller Begleiter für diese Zeit.
Nach ein paar Stops am Wasser haben wir uns auf die Suche nach dem ersten Campingplatz gemacht und schnell hat es sich gezeigt, dass Campen nicht ganz so ist wie wir es von unseren reisen aus Nordamerika gewohnt sind.
Hier standen die Camper schon dicht an dicht, das war schon etwas…na ja…doof. Ausserdem sind hier viele Hardcorecamper. Die hatten ihren Trailer teilweise das ganze Jahr auf dem Platz stehen, das waren fast kleine Häuser. Und beim ersten Aufbau unserer Sachen, hat man uns doch sehr „belächelt“. Mir war das irgendwie sehr unangenehm, da wir ja wirklich keine Campinganfänger sind, immerhin haben wir fast neuen Monate in einem Camper gelebt (mehr dazu HIER).
Und weil wir uns so unwohl gefüllt haben, haben wir gleich unsere sieben Sachen gepackt und sind erst mal mit den Kinder in das Städtchen Assens gegangen. Am selben Tag war noch ein riesen Stadtfest, da eine Regatta mit historischen Segelschiffen am Hafen angekommen war. Für die Kinder war das eine mega Gaudi und für uns doch etwas anstrengend.
Dafür konnten wir am Abend noch einmal einen Stand unsicher machen und es war einfach nur ein Traum.
„Die Gang“
Das waren so Momente, die will man einfach nicht missen müssen!!
Die erste Nacht im Camper war dann etwas hart. Eigentlich war geplant, dass die Kinder zusammen oben schlafen würden und wir unten.
Satz mit X das war wohl nix.
Bis fast 24:00 Uhr haben die Kinder halligalli gemacht.
Dann war klar, es geht nur, wenn jeder ein Kind zu sich nehmen würde.
Am Tag drauf ging es auch schon weiter.
Übrigens bin ich 80% der Strecke gefahren, weil ich einfach mehr Fahrpraxis mit einem grossen Auto haben wollte.
Dadurch, dass es erst mal richtig schlimm geregnet hat, sind wir bis nach Copenhagen durchgefahren. Wir waren zwar gut ausgerüstet mit Regenkleidung, aber der Regen war teilweise einfach nur krass.
Kopenhagen ist eine tolle Stadt und wenn wir nicht einen Campingplatz in Schweden hätten suchen müssen, da wir doch etwas unter Zeitdruck waren, hätten wir hier gut zwei Tage bleiben können.
Das ist übrigens die Brücke von Kopenhagen nach Malmö in Schweden.
Am späteren Abend haben wir dann einen Campingplatz in Lomma Habo Ljung Camping gefunden.
Der Platz hat uns viel besser gefallen als in Assens und er war auch nicht ganz so überlaufen.
Natürlich waren wir wieder sehr lange am Stand am Abend.
Hier könnt ihr mal den Camper im umgebauten Zustand anschauen. Ich liebe diesen Bus, wohl er schon etwas klein war.
Nach unserer ersten Nacht in Schweden haben wir gemerkt, das unser Plan nach Göteborg zu reisen nicht wirklich aufgehen würde und das hat gerade unseren Mann sehr gefrustet.
Am 26.Juli waren wir in Flensburg gestartet und jetzt war schon der 27.Juli und am 01.08 mussten wir schon den Bus am Abend in Hamburg abgeben. Leider war da was schief gegangen und wir mussten den Camper einen Tag früher abgegeben als gedacht. Geplant war der 02.08. gewesen, leider habe ich es einfach verpeilt.
Kurz haben wir uns überlegt ob wir in einem Tag hoch stressen sollten, aber das haben wir schnell verworfen, gerade für die Kinder wäre das überhaupt nichts gewesen.
Ausserdem wurde es auch schwieriger mit den Campingplätzen, der Südwesten von Schweden ist schrecklich überlaufen und ja wir hatten absolut keine Lust so dicht an dicht zu stehen.
Eigentlich wollten wir ja mehr „Wild Campen“ aber mit zwei Kindern in dem Alter ist das nicht ganz optimal, vor allem weil sie dringend täglich ihre Ration Spielplatz brauchten, gerade wenn man länger als sonst im Auto sitzt.
Also haben wir dann bei Höhe Halmstat beschlossen quer durch das Land Richtung Osten zu fahren.
Innerhalb von zwanzig Minuten hat sich die Landschaft komplett geändert und plötzlich wurde alles einsamer und viel ruhiger.
Das hatten wir uns immer gewünscht. Ich denke der nördliche Teil von Schweden gibt sehr viel mehr her was Natur und Ruhe angeht, als der Süden. Der ist relativ gut erschlossen und gerade Deutsche aus dem Norden reisen gerne „mal eben Schnell“ in den Teil von Schweden.
Wir haben dann auch den sehr netten Campingplatz Sjöstugan in Älmhult (Heimatort von Ikea) gefunden.
Ganz kurz haben wir uns überlegt, ob wir ins Ikea Museum wollen, aber den Plan haben wir dann gleich verworfen, ganz ehrlich dafür fahre ich nicht nach Schweden 😀Der Platz lag wirklich an einer Traumkulisse und wir hatten ganz tolle Gespräche mit andern Campern mit kleinen Kindern.
Ausserdem war ich etwas erschlagen an jenem Tag. Mich hatte nämlich am selben Tag eine Hornisse unter meinem linken Auge gestochen und ja mir ging es zeitweise richtig elend.
Am nächsten Tag bin ich dann mit einem wirklich schlimm geschwollenen Auge aufgewacht und musste tatsächlich noch in ein Spital in Schweden, weil es mir echt bescheiden ging.
Leider haben die nicht wirklich was machen können, die sind da sehr heikel, was Behandlungen angehet.
Ich hab wirklich gelitten wie ein Schwein und zu allem übel ist alles immer mehr angeschwollen.Doch die Reise ging weiter und wir haben uns das wegen dem Auge nicht verderben lassen (auch wenn es schrecklich genervt hat).
Mittlerweile waren wir an der Ostküste angekommen und es war einfach nur Traumhaft schön und nicht ganz so überlaufen.
Leider war auch schon der 30. Juli und wir wussten, das wir am nächsten morgen früh mit der Fähre von Trelleborg nach Rostock fahren mussten.
Kurz vor Trelleborg hat dann mein Mann gemerkt, das wir falsch gebucht hatten, statt am 31.Juli hatten wir eine Fähre am 31.August gebucht.
Okay wir hatten immer wieder sehr viel Mühe, vernünftiges Internet zu finden 😀
Meinen Mann hat das unglaublich gestresst, da er dachte, wir müssten jetzt für teuer ein neues Ticket kaufen, aber dem war nicht so. Es war super einfach am Schalter ohne Extrakosten das Ticket umzubuchen und wir haben dann beschlossen schon am selben Tag zu fahren und uns eine Kabine auf dem Schiff zu nehmen.
Am Hafen haben wir dann noch viele andere nette Reisende getroffen und durften ganz viele tolle Gespräche führen.
Am nächsten Morgen um ca. 06:00 Uhr sind wir dann in Rostock angekommen.
Die Nacht war zwar ganz okay gewesen, aber mir und meinem Auge ging es nicht so gut. Ich bin dann in die Uniklinik von Rostock, da meine linke Gesichtshälfte so geschwollen war, dass ich nicht mal mehr meinen Mund richtig schliessen konnte.
Der Besuch war die totale Katastrophe und hat mich auch nicht weiter gebracht. Ich war dann so genervt und fertig, dass wir beschlossen hatten, einfach bis nach Travemünde/Priwall durchzufahren.
In Prival habe ich als Kind viel Zeit verbracht, da meine Familie ein Haus dort hat. Ausserdem habe ich mich da erstmal mit Arnika und Eis für mein Gesicht eingedeckt.
Natürlich waren wir auch wieder brav am Stand.
Ich muss gestehen, trotz des guten Wetters hat mir Travemünde nicht mehr so gut gefallen. Es ist jetzt gut 12 Jahre her seit ich das letzte Mal da war und und jetzt war es schon sehr voll. Die meisten süssen kleinen Lädelchen mussten irgend welchen Ketten weichen, ausserdem waren gefühlte Millionen Touristen unterwegs.
Unterhalb von Travemünde sind wir noch auf den tollen Ivendorf Campingplatz gestossen, mit einem Naturpool, das war echt der Hit.
Die Leute waren da super nett, auch wenn es mir jetzt etwas teurer schien, war es wirklich jeden Cent wert!
Den kann ich euch auch nur sehr empfehlen.
Am nächsten Tag haben wir dann erstmal den ganze Bus ausgeräumt und neu gepackt. Es war dann doch alles noch recht verteilt im Bus und wir mussten ihn ja noch abgeben. Witzigerweise haben wir dann gemerkt, dass wir noch einen kleinen Koffer dazu kaufen müssen. Obwohl wir bis auf einen Pulli und eine Hauchdünne Regenjacken wirklich nichts gekauft hatten, passte plötzlich nicht mehr alles in unsere Gepäckstücke 😀
Über Lübeck ging es dann zurück nach Hamburg.
Leute ich habe den Camper nicht gerne abgegeben, auch wenn wir ihn schlussendlich nur neun Tage hatten, war er irgendwie unser zuhause geworden.

Dadurch, das ich ja letztes Jahr die liebe Saskia von Sewed Sins in Hamburg besucht hatte HIER, kannte ich nun die Stadt etwas und konnte dank ihr meinem Mann doch noch recht viel zeigen.
An unserem letzten Tag haben wir natürlich eine grosse Rundfahrt am Hamburger Hafen gemacht, das war schon lange ein Wunsch meines Mannes gewesen.
Gewohnt haben wir übrigens im Hotel Stella Maris, was direkt am Hafen lag und wirklich nett war.
Und dann ging auch schon mit einem lachenden und einem weidenden Auge auf unsern Flug nach Hause.
Fazit:

Die Reise war toll, aber ganz ehrlich auch sehr anstrengend mit den Kindern.
Wenn wir das wieder machen, dann müssen wir auf jeden Fall viel mehr Zeit einplanen, gerade für die Kinder ist das unglaublich wichtig. Wir waren schon etwas im Zeitdruck und so doch recht and eine Route gebunden. Ich reise gerne einfach etwas freier.
Wir werden dann wohl mit einem Camper in der Schweiz starten. Wir haben sehr darauf geachtet was wir mit in den Norden genommen haben, aber hätten wir einen Camper vor Ort gehabt, hätten wir effizienter Packen können.
Ausserdem bin ich der Meinung, dass der Camper fast etwas grösser sein könnte. Ich lieben zwar den VW T6, aber bei schlechtem Wetter auf so engem Raum zusammen zu sein, kann echt anstrengend werden.
Und ich werde ein iPad mit ein paar Kinderfilmen und Hörbüchern mitnehmen. Auch wenn ich zuhause sehr darauf achte, dass meine Kinder kein Fernsehen schauen, ist das auf so einer Reise doch recht praktisch, gerade wenn das Wetter so schlecht ist und man nicht wirklich was machen kannst und du als Elternteil deine Ruhe brauchst.
Ich glaube es wäre nicht schlecht wenn man mit einer zweiten Familie zusammen reist, dann könne man auch zeitweise seine Auszeiten nehmen und die Kinder hätten immer Kinder mit denn sie zusammen spielen können, ich persönlich stellen mir das wirklich entspannter vor.

Auf jeden Fall freu ich mich schon auf unseren nächsten Trip und natürlich werde ich euch hier wieder auf den laufenden halten.
Verlinkt: Freutag

6 Kommentare

  • Ulrikes Smaating

    Hej,
    das ist ja mal ein toller Reisebericht! Ich mag den VW- Bus auch sehr, aber hätte nicht gedacht, das man damit mit 4 Leuten auskommt. Wir wohnen im Norden Dänemarks, bei Blokhus, das sind so 30 km von Aalborg aus. Wenn ihr wieder eine Tour nach schweden machen wollt, w¨re es ja prima von Frederikshavn die Fähre bis Göteborg zu nehmen. das ist eigentlich entspannend. Ihr müss euch dann unbedingt Småland anschauen. Dieser teil schwedens ist so schön, gerade mit den kindern. wir sind letzte woche erst von dort zurückgekommen. Dein Bericht ist sehr ausführlich und ihr habt tolle fotos gemacht. dann mal weiterhin viel freude und ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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    • Susanne Schaetti Ballif

      Danke für den ganzen Input <3

      LG Susanne

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  • Julia

    Großartig geschrieben Susanne. Das macht Lust auf den Norden. So ein Pech, dass du gerade mit meiner Heimatstadt nicht so viel nettes verbinden kannst. Das ist schade,aber die Uniklinik hat wirklich keinen guten Ruf. Nächstes Mal müsst ihr dann bei uns halten, dann zeig ich dir die guten Seiten von Rostock. Lg, Julia
    PS: Ich liebe Kopenhagen! Bisher einer meiner Lieblingsstädte!

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    • Susanne Schaetti Ballif

      Ich werde wieder nach Rostock kommen (schon deinetwegen) und normal mag ich ja die Stadt.

      LG Susanne

      Antworte
  • Anni

    Welch‘ ein schöner Bericht, liebe Susanne. Schade, dass das Wetter es diesen Sommer nicht ganz so gut mit dem Norden meinte, aber eure Fotos sehen dennoch insgesamt nach einem schönem Urlaub aus. Die Reiseroute ist natürlich auch ganz toll gewählt, mit schönen Städten und toller Landschaft. Hach, die Küste oben im Norden hat einfach was. Ich mag sie auch sehr.

    Hab es fein mit deiner Familie, genießt die Zeit miteinander und schöne Augustwochen wünsche ich dir

    Anni

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    • Susanne Schaetti Ballif

      Danke dir :*

      Antworte

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