Die Sache mit dem Fotografieren und der Täschling 2.0
Heute gibt es einen etwas längeren Blogeintrag.

Ich hatte ja letzte Woche zum Probenähen aufgerufen für meinen neuen Schnitt „Das Muckelie Top“. Irgendwie habe ich ein etwas schlechtes Gewissen, da ich explizit gesagt habe, das ich keine Handy Bilder mehr möchte.Darum werde ich heute anhand des „Täschlings 2.0“ von „Allerleikind“ zeigen, wie ich Bilder mache und wie ich sie bearbeite. In der nächsten Woche wird dann ein Beitrag folgen, in welchem es um Fotografie mit Erwachsenen geht.Da A und O bei Fotografie mit Kinder und auch mit Erwachsenen ist, dass man sich Zeit nehmen muss, am besten viel Zeit. Und das Fotomodel muss spass daran haben, sonst kann man es gleich vergessen.

Als ich den „Täschlings 2.0“ fotografiert habe, sind wir z.B. in der Teufelschlucht wandern gegangen und dabei habe ich die junge Lady abgelichtet. Ca. 200 Bilder habe ich gemacht, davon sind aber nur knapp 10 brauchbar gewesen, aber so ist es eben. Ausserdem hat mir das Wetter ein Strich durch die Rechnung gemacht und zu allem Übel hatte ich etwas bei der Kamera falsch eingestellt und ein Grossteil der Bilder war unscharf.Nun komme ich zum ersten Punkt, wo es einen weit verbreiteten Irrtum gibt – teure Kamera = automatisch gute Bilder.
Ich gehöre zwar zu den Glücklichen, welche eine „Nikon D7100“ besitzen, das ist natürlich keine Selbstverständlichkeit und auch nicht notwendig um gute Bilder zu haben. Einige von euch wissen auch, dass ich Grafik Design studiert habe mit Schwerpunkten Fotografie (und dafür sind meine Bilder eigentlich ziemlich schlecht), Illustration und Comic. Klar habe ich zudem in den letzten Jahren ein „besseres“ Equipment angesammelt, aber darauf kommt es nicht unbedingt an. Du kannst die beste Ausrüstung habe, aber wenn du keinen Blick für harmonische Bildaufteilung hast, bring das auch nichts.
ABER genau das kann man lernen!!!
Wichtig ist einfach, das man sich etwas mit seiner Kamera auseinandersetzt, gut die Bedienungsanleitung liest und einfach auch viel ausprobiert, sehr viel.
Und stell die Bildqualität auf so hoch wie möglich ein, auch wenn dann weniger Bilder auf die Speicherkarte passen.Worauf du z.B. acht geben kannst, dass du deine, nennen wir es Mal „Fotosreihe“, an dem selben Fleck,( hier Wald oder auf dem Feld oder See) macht. Das bringt schon eine unglaublich Ruhe in deine „Fotosreihe“.
Ausserdem muss man das Kind ja nicht immer von vorne fotografieren. Es kann links im Bild sein oder rechts, schräg, von oben oder untern. So entstehen die interessanten Bilder und natürlich braucht es auch immer eine grossen Portion Glück.Nun möchte ich noch ein weiteres Thema ansprechen und dieses ist wirklich heikel. Vielen Nähmamis ist es wichtig, dass das Gesicht ihres Kindes nicht im Internet gezeigt wird. Ich finde, ich als eBook Herstellerin habe das gefälligst zu 200% zu akzeptieren.

Aber was ich eben schade finde, wenn zu diesem Zweck das Gesicht mit Sternchen belegt oder unscharf gemacht wird. Bildausschnitte nehmen ist unter anderem eine tolle Möglichkeit das Gesicht zu verbergen und/ oder dem Kind eine Mütze anzuziehen.
Wenn man jetzt das Bilde hier über den Text und unter dem Text vergleicht, sieht man etwa, was ich meine.
Hier sind vier wunderbar begabte Blogger, die fantastische Bilder von ihren Kindern machen, aber man nie das Gesicht sieht:

„Allerleikind“
„Liannet näht“
„Delari“Ich selber lieben ja Detailaufnahmen, gerade beim „Täschlings 2.0“ mit seinen Passen und der Knopfleiste, muss man einfach welche machen.

Dabei muss man sich aber fragen, ob man jene wirklich zeigen will. Ich behaupte jetzt mal, das ich mittlerweile sehr akkurat nähe und ich ohne schlechtes Gewissen Nahaufnahmen zeigen kann (korrigiert mich, wenn ich falsch liege). Aber das war auch nicht immer so, mittlerweile ist es so, das ich fast jede Naht 3x auftrenne, nur damit sie ganz gerade sitzt. Das ist übrigens ein Grund, warum ich soooo unglaublich langsam geworden bin.Und hier ist noch ein Beispiel.Ich gebe zu, ich bin manchmal entsetzt, wenn ich dann so Detailaufnahmen sehe und alles wirklich krumm, schief und teilweise auch schlampig genäht ist.

Hey bei mir ist weiss Gott auch nicht alles perfekt, gerade wenn ich müde bin und/oder die Muse mich nicht küsst, sieht es auch nicht so toll aus. Das passiert eben, aber dann gibt es auch keine Detailaufnahmen, Problem gelöst.Was für mich persönlich das Schlimmste ist, ist wenn Bilder nicht scharf sind. Gerade bei Kindern, welche immer in Bewegung sind, ist es manchmal natürlich fast unmöglich scharfe Bilder zu machen. Auch hier spielt die Kamera eine Rolle, es musst nicht die Beste sein, aber setzt euch mit ihr auseinander! Ausserdem – ich habe es auch oben schon geschrieben, sollte man viel Zeit mitbringen und bei guter Lichtqualität Bilder machen. Fotografiert lieber nicht am Abend und auch lieber nicht mit Blitz, das leuchtet die Bilder einfach unnatürlich aus. Wichtig ist zudem, dass man immer das Kind fokussiert – am besten im Gesicht.

Mir graut es jetzt schon vor dem Winter, da kann man nicht mehr immer raus gehen. Im Haus zu fotografieren, also drinnen, ist eine Herausforderung für sich. Und ja darin bin ich wirklich nicht gut.
 
 Und nur kommt wohl das Thema, bei dem man sich die Köpfe einschlagen kann. Und auch hier gibt es meiner Meinung nach einen weit verbreiteten Mythos:
Je mehr ich die Bilder bearbeite, desto besser sind sie!
Bei der Frage nach der richtigen Bearbeitung spielt natürlich der eigene Geschmack eine grosse Rolle.
Ich habe für mich entschlossen, weniger ist mehr.
Manchmal bin ich etwas schockiert, wenn ich ältere Bilder von meinem Blog sehe und merke, wie viele Farbfilter ich über die Bilder gejagt habe.
Man darf das Ganze einfach nicht überstrapazieren, weil gerade wenn die Bildauflösung nicht so hoch ist, wird oft das Bilder verschlechtert, als verbessert.
Ich selber arbeite mit „Photoshop“ (mit diesem werden z.b. Pickel/Flecken und ungewünschte Gegenstände wegretuschiert)und „Lightroom“ (damit bearbeite ich die Lichtqualität und die Farbabstimmung). Beide Programme sind kostenpflichtig, als Alternative ist „picmonkey“ ( mit diesem füge ich immer mein Logo auf die Bilder) und „GIMP“ nicht schlecht. Auch hier muss man sich einfach ausprobieren und üben, üben, üben.
 
 Hier habe ich mal drei Bilder für euch. Das oberste ist das Original und für mich persönlich zu dunkel.
Mittlerweile lege ich über alle meine Fotos einen Vintage Filter (HIER), das sieht man nun auf dem zweiten Bild (HIER bekommt man auch tolle Sachen).
Und wenn es ganz besonders werden soll, bekommen meine Bilder noch ein „krassen“ Lichteffekt, den nutze ich sehr gerne bei „Schwangerschaftsshootings“.
Aber wie gesagt, das ist alles Geschmacksache, sagte der Affe und biss in ein Stück Seife….
 
 Zwei Beispiele – mit Kindergesicht und ohne.
 
 Für Collagen arbeite ich sehr gerne mit „Picasa“, schon alleine weil ich meine Formate für die Collage selber erstellen kann und so sehr viele Möglichkeiten habe.
Auch hier gilt für mich weniger ist mehr.
 
 Eigentlich müsste ich euch jetzt noch zwei Stunden über meinen „Täschlings 2.0“ erzählen. Ich lieb ja diesen Schnitt und habe den „Täschlings“ oft genug genäht. Was mich an der ersten Version immer leicht gestört hat war, dass die Hose etwas „bullig“ wirkte, aber das kann auch an mir und meine Art zu nähen liegen.
Und siehe da, der „Täschlings 2.0“ ist erwachsen geworden, gerade geschnitten und die Passen sind etwas kleiner und und und. Ich bin auf jeden Fall hin und weg.
Ich habe die klassische Version genäht, nur aus dem Jersey Schnitt (wer lesen kann ist klar im Vorteil) trotzdem hat alles 1A gepasst.
Und jetzt, da meine Nähmaschine wieder da ist, werde ich sicher bald die Nächste nähen.

5 Kommentare

  • Kindhayt

    Toller Täschling, tolle Fotos! Ich geh da immer ganz laienhaft ran und freue mich, wenn ich ausreichend scharfe Bilder habe 😀 (Der Fokus meines Objektives ist nicht leider nicht so gut und an mir liegts sicher auch).
    Am Besten ist natürlich immer, wenn Genähtes UND die Bilder überzeugen können (wie bei dir der Fall)
    Liebe Grüße, Christine

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  • Madame Zizibee

    Vielen lieben Dank für Deinen Beitrag! Ich finde es sehr interessant und lerne gerne noch viel dazu, gerade was Fotografie anbelangt. Inzwischen hab ich die gute Canon meiner Schwiegermutter gemopst für meine Fotos und siehe da… Der Unterschied zwischen Kompaktkamera (nicht die billigste) und Spiegelreflex macht schon Einiges aus! Gimp nutze ich auch für's Logo, mit allen weitern Funktionen bin ich leider noch nicht wirklich vertraut und bearbeite bzw. erstelle Collagen mit Picasa, da es einfach einfach zu bedienen ist. Aber ich muss noch viel lernen, auch wenn ich glaube, langsam meinen Stil zu finden 😉
    Liebste Grüße aus dem Allgäu
    Stephanie

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  • Frau Kichererbse

    Herrzlichen dank für diesen Post. Ich habe ihn mit Freude gelesen und öfters mal gedacht: "Jetzt meint sie mich". Du hast auf jeden Fall meinen Blick geschärft für´s gute FOTO. Ich freu mich schon auf weitere "Nachhilfestunden" bei Dir. Herzliche Grüße von Marion

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  • maira

    Ein total tolles Outfit!! 🙂
    LG Maira

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  • Muddel Mutsch

    Danke für den Beitrag. Sollte ich der Auslöser des Themas gewesen sein, dann finde ich das gut, kommt doch ne Menge Produktives für viele rüber. Mir ist vieles klar. Ich mache auch gern mal Bilder am Abend, wenn sie zum Thema passen oder wenn man Konturbilder machen möchte, sieht man aber die Kleidung nicht, die wollen wir hier ja sehen. Ups, jetzt wird es doch ein langer Text. Ich bin ja einiges älter als du und ich bekomme Probleme mit den Augen. Hab schon ne Lesebrille, aber die nützt mir nichts, wenn ich müde bin. Aber, wenn ich unbedingt was fertig haben möchte, dann gibt's kein müde. Ich möchte nicht mehr müde Bilder bearbeiten, aber es passiert mir doch manchmal. Auch kommt es auf das Licht beim Bearbeiten drauf an. Hab letztens im Urlaub in gleisender Sonne am Strand Bilder bearbeitet, sieht man nichts, hatte aber nur da Internet und im Handy sehen die Bilder auch immer besser aus, als dann am Monitor. Habe fast alle dann zu Hause am Monitor nochmal neu bearbeitet. Da sind wir schon bei der Technik. Alter PC oder neuestes Modell, alles kann die Wiedergabe doch stark beeinträchtigen. Man lernt auf diesem Gebiet nie aus. Es gibt bestimmt noch mehr dazu zu erzählen. Von mir war es das erst mal. Eins noch süße Püppi und genialer Täschling. Ganz liebe Grüße und mach weiter so Kathrin

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